Mein Ausstieg aus dem Arbeitsleben erfolgte durch eine fristlose Kündigung. Es war mir ein schwacher Trost, dass mein ehemaliger Arbeitgeber die meisten seiner Mitarbeiter auf diese Weise entlassen hat. Längst habe ich ihn in den Konkurs getrieben und er wurde mehrfach für sein Verhalten verurteilt. Die Verletzung bleibt.
Obwohl man heute mehr von einem Job, als von einer Arbeit spricht, kommt es unweigerlich, dass der Arbeitnehmer sich mit seiner Firma identifiziert, sich einsetzt und dass eine starke Beziehung zu seiner Firma entsteht. So sollte es auch sein und ein HRM, welche sich nicht nur auf die Personaladministration und die Kosten konzentriert, sollte auch alles tun, um eine Firmenkultur zu unterhalten und die Bindung des Mitarbeiters zu fördern. Sollte – die Realität ist weit davon entfernt.
Ich habe immer gerne gearbeitet und ich kann deshalb kaum verstehen, warum heute so viele Leute behaupten, Arbeit mache krank. Doch die Arbeitswelt scheint sich geändert zu haben, nicht zu letzt wegen dem – fast möchte ich sagen verantwortungslosen - Verhalten der Arbeitgeber. Der Mitarbeiter ist nicht mehr Träger von Know-how und Erbringer einer Leistung, er wurde reduziert auf einen Kostenfaktor, welchen man beliebig verändern kann. Natürlich gehört zum Kostenmanagement eine bessere Rentabilität – mit weniger mehr erreichen. Die Arbeit wird auf weniger Leute verteilt, welche mehr arbeiten. Am Schluss, wenn sie wegen der gestiegenen Sozialkosten und breiter Erfahrung unbequem, oder wie es heisst, zu wenig flexibel werden, ersetzt man sie durch junge Leute, ohne Verdankung und wie in meinem Falle, möglichst fristlos. The «return of investment» wird nicht auf sich warten lassen.
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19 Januar 2010
Arbeit
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26 November 2009
Pensionierung

Nun bin ich auch pensioniert – vorzeitig. Niemals hätte ich mir vorstellen können, dass ich mich auf dieses Datum freuen könnte. Ich mochte meine Arbeit und hatte eigentlich vor, über das Pensionierungsalter hinaus zu arbeiten. Der Arbeitsmarkt hatte es anders gewollt. Mit 56 wurde ich Opfer der Fusion meines Arbeitgebers. In diesem Alter ist es nicht leicht, eine neue Aufgabe zu finden. Dies gelang mir zwar, es stellte sich jedoch heraus, dass der neue Arbeitgeber ein Betrüger war.
Wo man hinschaut und mit wem man es auch zu tun hat, überall muss man feststellen, dass es an Qualifikation, Sachwissen und Führungserfahrung fehlt. Trotzdem kann es sich unsere Wirtschaft leisten, Leute welche über die wichtigen Erfahrungen und Kenntnisse verfügen, einfach auszumustern und links liegen zu lassen. Entweder ist man zu alt oder überqualifiziert. Von der Arbeitgeberorganisation darf man dann hören, dass Leute, welche keine Arbeit mehr finden, Defizite vorweisen. Noch welt-fremder hört man es von den sozialen Dienste. Dort heisst es, man müsse diese Leute zu Integrationsbemühungen motivieren. Wäre es nicht angebrachter, der Wirtschaft solche Integrationsbemühungen vorzuschreiben?
Genauso unbeholfen scheint die AHV zu funktionieren. Seit Monaten über meinen Pensionierungswunsch informiert, habe ich bis heute nichts von dieser Organisation gehört und kenne demnach meine Rente nicht.
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