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06 Mai 2010

Von der Würde der Frauen


Eigentlich habe ich mit den radikalen Islamisten nichts am Hute. Auch kann ich kein Verständnis dafür aufbringen, wenn man Frauen hinter einem Tuch verbirgt und dass sie dem Mann nicht gleichwertig sein sollten. Doch die Argumente, welche die Burka -Gegner auftischen, und von der Würde der Frau sprechen, scheinen mir etwas deplatziert zu sein.
Oder ist das Benehmen von Paris Hilton, oder Madonna etwa würdig? Ist es würdig, wenn man so kurze Röcke trägt, dass jeder den Slip sehen kann, oder wenn etwas übergewichtige Damen mit Leggins herumlaufen?. Ist es würdig, den gepiersten Bauchnabel jedem entgegenzustrecken? Kann man von Würde sprechen, wenn die Werbung insbesondere, wenn sie sich an Frauen wendet, total verblödete Argumente auftischt. Am unwürdigsten benehmen sich unsere Richter und Versicherungen. Bei einer Scheidung, oder Witwenschaft wird der Wert der Dame auf dem Heiratsmarkt ermittelt. Je nach Marktwert erhält sie dann eine höhere oder tiefere Rente.

08 März 2010

Umwandlungssatz


Um die Probleme der Pensionskassen zu lösen, hat die Abstimmung und die volksverdummenden Behauptungen der Linken nichts gebracht:

• Pensionskassen sind Solidargemeinschaften, welche nur auf der Basis einer grossen Anzahl von Mitgliedern funktionieren.

• Das Versicherungsprinzip beruht auf der grossen Masse, welcher für den Schaden des Einzelnen einspringt.

• Die Aktiven nehmen in den letzten Jahren gegenüber den Passiven stetig ab und die Tendenz wird sich noch verstärken.

• Durch die Tendenz zur Ausübung der Kapitaloption, verringert sich die Solidargemeinschaft immer mehr und die Tendenz, dass nur noch Rente beziehen will, welcher Aussicht auf ein langes Überleben hat, belastet die Pensionskassen noch stärker. Wenn alle Rente beziehen, profitiert jener der lange lebt vom hinterlassenen unverbrauchten Kapital dessen, welcher früher verstorben ist.

• Die Lebenserwartung ist generell gestiegen und das angesparte Kapital muss länger dazu dienen, um eine Rente bezahlen zu können.

• Die Erträge auf den Kapitalmärkten sind gesunken. Vorsorgegelder dürfen nicht in hoch riskante Anlagen mit der Möglichkeit von hohen Gewinnen angelegt werden. Um einen Zins von 2% garantieren zu können, braucht es einen wesentlich höheren Bruttoertrag.

• Viele laufende Altersrenten beruhen heute noch auf einem garantierten Zins von 4%. Niemand hat sich getraut, diesen defizitären Unsinn anzutasten. Irgendwo muss das fehlende Geld wohl herkommen.

• Für die meisten Versicherten hätte eine Senkung des Umwandlungssatzes gar keine Senkung der Rente bedeutet, da diese bei der letzten BVG-Revision erhöht worden ist.

• Die Abstimmung über den Umwandlungssatz betraf eigentlich nur die sogenannte «Schattenrechnung», als das BVG-Minimum, welches praktisch von keiner Kasse angewendet wird. Schon gar nicht von den Versicherungsgesell schaften. Man muss sich deshalb wundern, dass dem Argument von den bösen Versicherungsgesellschaften, welche ihre Gewinne erhöhen wollen, nicht widersprochen wurde.

• Versicherungsgesellschaften haben bei umhüllenden Vorsorgeplänen, also jenen Plänen, welche über dem Minimum liegen, die Möglichkeit den Umwandlungssatz und die Verzinsung auf dem übersteigenden Teil der Realität anzupassen. Wenn Versicherungsgesellschaften sich für die Senkung des Umwandlungssatzes einsetzten, galt das deshalb nicht unbedingt dem eigenen Interesse, sondern es ging um eine saubere Grundlage der beruflichen Vorsorge. Versicherungen beruhen auf Mathematik - dort kann man nicht schummeln.

• Anlagegewinne fliessen nicht in die Taschen der Versicherungen, sondern in die Kasse der Versicherten. So verhält es sich auch mit den Verlusten. Das Abstimmungsergebnis von gestern war ein Eigengoal und eine Schwächung unseres Vorsorgesystems.

• Natürlich durften die bösen Abzocker in dieser Abstimmung auch nicht fehlen. Gemeint waren die Anlagespezialisten, welche das Geld der Versicherten anlegen und garantieren müssen, dass im Alter auch noch etwas vorhanden ist. Lieber wird mit absoluten, möglichst hohen Zahlen argumentiert, was sofort zu Neid und Unverständnis führt. Dabei sind die Kosten von 0.4% des Anlagevermögens eher gering.

• Auch die vielen Berater sind den Sozialisten und Gewerkschaftlern ein Dorn im Auge. Dazu habe ich eine kleine Geschichte aus meiner persönlichen Erfahrung als langjähriger Unternehmensberater in der beruflichen Vorsorge:

Meine Vorsorge-Stiftung verwaltete recht viele Gewerkschafts-Pensions kassen. Dabei konnte generell festgestellt werden, dass sich die Gewerk schaftsfunktionäre königliche Pläne zusagten, fast möchte ich Abzockerpläne sagen. Nichts konnte teuer genug sein und die Vorsorgepläne der Gewerk schaftsfunktionäre lagen weit über dem normalen schweizer Durchschnitt. Bei den Besprechungen mit den Verantwortlichen wurde erwartet, dass diese dann auf Kosten der Vorsorgestiftung zum Essen eingeladen wurden. Ein Mittag essen für drei Personen kam dann auch mal auf CHF 1‘000.- zu stehen. Die Moral der Geschichte ist: Abzockerei ist offenbar nur dann störend, wenn andere davon profitieren.

29 Januar 2009

Helsana

Mit der Einführung des KVGs wurden auf dem Personalmarkt unzählige Aussendienstmitarbeiter gesucht. Das hat sich auch heute noch nicht geändert; im der Versicherungssektor sucht die Krankenkassenbranche immer noch am meisten Leute. Offenbar kann man mit diesem Geschäft Geld verdienen.
Nun jammert der Chef der Helsana, dass es doch nicht angehe, dass die Kostensteigerung höher sei, als die Erhöhung der Prämien. Er müsse die Kosten gerecht an die Versicherten weitergeben können. Das Gleiche gilt aber auch umgekehrt. Als er noch mit zu hohen Prämien Reserven bilden konnte, hat er nicht reklamiert. Es ist doch völlig normal, dass Reserven in defizitären Jahren aufgebraucht werden. Aber offenbar hat die Helsana spekuliert, anstatt beim Kerngeschäft zu bleiben. Sie hat sich die Hände verbrannt, und die Prämienzahler sollen es nun richten.

Ganz unheimlich wird es, wenn man hören muss, dass nun die Kosten genauer unter die Lupe genommen werden müssen und die Schäden besser kontrolliert werden. Als ob die Helsana bisher die Schäden sehr kulant abgewickelt hätte. Viel mehr heisst das: Schäden, das heisst Behandlungen, werden in Zukunft schneller mal nicht bezahlt werden. Versicherungsgesellschaften können das Geschäftsergebnis mit einer unloyalen Schadenserledigungspraxis durchaus beeinflussen. Man lehnt die Bezahlung einer grossen Zahl von Behandlungen aus irgendeinem Vorwand ab. Die meisten Versicherten wagen es nicht, sich gegen die grosse Helsana aufzulehnen. Nach solchen Aussagen, tut jeder Helsana- Versicherte gut daran, schnellst möglich die Kasse zu wechseln.

19 November 2008

Versicherungen

Versicherungen sind Solidaritäts-Gemeinschaften. Die Gruppe trägt gemeinsam das Risiko für den Fall, dass dem Einzelnen etwas zustösst.

Bei der Solidarität verhält es sich wie mit dem Sozialismus. Eigentlich wäre es eine wunderbare Angelegenheit. Nur wird sie selten angewendet. Solidarität wird in der Regel von den Schwachen gefordert, um vom Starken etwas zu erlangen. Sie wäre dann eine schöne Einrichtung, wenn der Starke sich unaufgefordert und ohne Zwang mit dem Schwachen solidarisch zeigt.
Und dann gibt es noch jene Solidarität, von der alle sprechen, solange sie nicht gebraucht wird. Und wenn die Stunde kommt, dann sucht man sie vergeblich.

Solidarität ist heute nicht mehr in Mode. Sogar die Versicherungen machen alles, um vom Gesetz der grossen Gruppe zu kleineren Solidaritätsgemeinschaften zu wechseln. So wurde nachgerade in der beruflichen Vorsorge seit einigen Jahren die Solidarität immer mehr reduziert. Die Büroberufe wollen nicht mehr zusammen mit den Leuten aus dem Baugewerbe versichert sein und einige Risikogruppen können gar nicht mehr versichert werden. Versicherungen sind heute eben nicht mehr Solidaritätsgemeinschaften, sondern kommerzielle Betriebe, welche Geld verdienen wollen.
Eigentlich hat man die Solidarität dem Staat übertragen. Der organisiert mit den Sozialversicherungen staatlich ausgeübte Solidarität. Leider kommt dabei nicht viel Gutes heraus, wenn man Solidarität durch Beamte ausüben lässt.

Flexibles Rentenalter

Am Freitag, 7. November konnte man die Dogmatiker wieder einmal erleben. Wie immer in der Arena. Spätestens seit den Problemen mit der UBS haben die Steinzeit-Sozialisten wieder Auftrieb. Paul Rechsteiner vertrat zwar eine vertretbare Forderung, doch konnte er es nicht lassen, das mit den Geldern für die UBS zu verteidigen. Offenbar können wir uns nun alles leisten ……
Die Gegenseite argumentierte noch dürftiger. Wenn man vor 60 Jahren so argumentiert hätte, würde es heute keine AHV geben. Zudem konnte man wieder mal erleben, dass unsere Bundesräte und namentlich Herr Couchepin, ihre Dossiers nicht beherrschen. Da behauptete er einfach, dass die Leute, welche Anspruch auf Ergänzungsleistungen hätten, sich schon heute vorzeitig pensionieren lassen können.
Stimmt das Herr Couchepin? Können Sie tatsächlich vertreten, dass man mit 62 heute in Pension gehen kann und dass die Ergänzungsleistungen dann die Reduktion der AHV-Rente übernehmen wird? Solche blödsinnigen Aussagen sind beschämend für einen Bundesrat.
Aber auch Herr Daum sollte etwas vorsichtiger argumentieren, nachdem die Arbeitgeber sich in den letzten Jahren sehr unverantwortlich benommen hatten. Da behauptet der doch glattweg, dass er viele Firmen kennen würde, welche ältere Arbeitnehmer einstellten. Entweder ist das eine Lüge, oder der Mann ist für seinen Posten nicht qualifiziert.
Ganz weggelassen in der Diskussion wurde die Tatsache, dass mit der Möglichkeit einer vorzeitigen Pensionierung ein Transfer der Kosten stattfinden wird. Ausgemusterte ältere Menschen mit bescheidenen Mitteln können damit bereits eine AHV-Rente beziehen, anstatt in die IV entsorgt zu werden, oder schlimmer noch, den entwürdigenden Gang zum Sozialamt unternehmen zu müssen. Die erhöhten Kosten in der AHV können dann in den anderen Sozialversicherungen gespart werden.

25 Oktober 2006

Gewicht

Jedermann weiss, dass überhöhtes Gewicht zu einer grösseren Sterbewahrscheinlichkeit führt.  Dicke Leute sind gefährdet und leiden an allen möglichen Krankheiten.  
Jedermann weiss, dass man mit Statistiken alles beweisen kann.  Zählt man alle aufgeführten Todesursachen zusammen, sterben viel mehr Leute, als es gibt.  Leute mit Übergewicht können nicht in der Zusatzversicherung versichert werden, sie gelten als potenzielle Gefahr und sollen nach neusten Meldungen sogar höhere Prämien bezahlen.   Da es jedoch statistisch belegt ist, dass sie früher sterben, werden sie das Gesundheitswesen und die AHV weniger lang belasten.  Jedermann weiss, dass ältere Menschen am meisten zu den hohen Krankheitskosten beitragen.  Zumindest haben sich die Dicken schon vorher selbst entsorgt.

Wie man sein Gewicht hält, das wissen viele. Es gibt so viele Experten, wie es gute Autofahrer gibt.  Man könnte meinen, dass jeder, der mal Gewicht verloren hat, danach ein Buch mit guten Ratschlägen schreibt.

Ich habe viele solcher Bücher gelesen, und viele Therapien gemacht.  Ich habe in meinem Leben weit über 200kg abgenommen.  Also habe auch ich etwas zu erzählen.  Was mir zuerst auffällt, ist, dass ich meiner Umgebung offenbar als schlechtes Beispiel galt.  Ich bin nur mit körperbewussten Menschen umgeben, welche auf ihre Ernährung achten, Sport treiben und sehr gesund leben.  Wohl auch, weil sie sich so ernsthaft mit sich selbst beschäftigen, sind sie auch dauernd beim Arzt.  Man soll doch alle Symptome ernst nehmen.  Meine Exfrau hatte auf dem Esstisch immer einen Korb mit Medikamenten stehen.  Alleine das Programm der Pilleneinnahme war ein Erlebnis.

Während dieser Zeit, war ich nie im Spital und ausser Grippen nie krank (eine kleine Ausnahme wegen aufgelesener Lamblien).  Ich war einige Male beim Arzt, wegen Unfällen.  Krank war ich nie, obwohl man mir alles Schlimme voraussagte.  Beim Abschluss von Lebensversicherungen musste ich Checks machen lassen, und frustrierte meine Umgebung mit den guten Werten, entgegen aller Voraussagen.

Vor einigen Jahren musste ich hören, dass das stete Zu- und Abnehmen weit gefährlicher sei, als erhöhtes Gewicht.  Ich beschloss dann, die Suche nach einer schlanken Figur aufzugeben und einfach das Gewicht zu halten.  Zu dieser Zeit kam auch eine Pille auf den Markt, welche die Folgen von falscher fettreichen Ernährung etwas milderte.  Von dann an nahm ich Xenical.  Wenn man erfahren muss, wie ungemütlich die Situation wird nach dem Verzehr von einem BigMac, der passt automatisch mehr auf, wenn er isst.

Ich konnte mit Xenical nur wenig abnehmen. Aber ich nahm nicht mehr zu.  Zweimal habe ich es abgesetzt und habe daraufhin schnell zugenommen.  Meine Krankenkasse will das Xenical nur noch dann übernehmen, wenn ich innert 6 Monaten mehr als 10% abnehme.  Die mögen wohl nur die echten Kranken, welche im Spital landen und so richtige Krankheiten haben.
  

19 September 2006

Krankenkassenprämien

Ich bin übergewichtig.  Gemäss Statistik habe ich ein erhöhtes Sterberisiko.  Gut für die AHV – ich werde sie weniger lang belasten.  Schlecht für die Krankenkasse? Nein!  Ich war noch nie im Spital, ganz selten bei einem Arzt und die Krankenkasse musste praktisch noch nie etwas für mich bezahlen.   Meine Umgebung lebt sehr gesund, treibt regelmässig Sport und ernährt sich vorbildlich -  und geht dauernd zum Arzt.  
Gemäss Studien haben Leute, welche regelmässig Sex haben, grössere Abwehrkräfte.  Also sollten Sexmuffel  mehr Prämien bezahlen.
Gemäss Studien sind Leute, welche oft an der Sonne sind, gesünder.  Also für eine günstige Prämie Vorschriften erlassen über das Sonnenbaden.
Wie kann denn gesund leben erfasst werden?  Wenn meine Frau und mein Chef mich dauernd anschreien, und ich davon krank werde – muss ich dann höhere Prämien bezahlen?  Kühe geben offenbar mehr Milch beim Anhören von klassischer Musik. Muss ich höhere Prämien bezahlen, wenn  ich house music höre?

Versicherungen beruhen auf dem Solidaritätsprinzip.  Das ist mit den Branchenzuschlägen bereits beim BVG angekratzt worden und wird letztlich zum Ende dieser Versicherung führen.
Wenn schon Bestrafung,  wäre es wohl besser, ein Bonus- Malus System einzuführen, bei dem jener, welche die Krankenkassen weniger belastet belohnt wird.